Nachdem ich den ersten Monat Arabisch gelernt habe und dann ca. 2 Wochen die Gegend um Damaskus sowie den Crak des Chevaliers und Tartus erkundet habe (siehe die Bilder vom letzten Blogeintrag) bin ich die letzten zweieinhalb Wochen quer durch Syrien gereist.
In Syrien gibt es unzaehlige Ruinen und Burgen mit Einfluessen aus verschieden Epochen der letzten Jahrtausende zu besichtigen. Das habe ich dann auch ausgiebig getan.
Meine Reiseroute hat mich an den bekannten Ruinen Palmyras in der syrischen Wueste
zum Euphrat gefuehrt
und von dort ueber Rusafa
und den Assad-Stausee
nach Allepo.
Ausfluege zum landschaftlich reizvollen gelgenen Kloster des ersten Saeulenheiligen Simon,
nach Ebla und zu den toten Stadten folgten.
Letztere wurden von den Bewohnern nach der arabischen Expansion verlassen. Von dort ging es weiter nach Afamea – weiteren roemischen Ruinen – nach Latakia an der syrischen Kueste, auf einige Kreuzritterburgen, ins Gebirge und Tabakanbaugebiet um Qadmus, auf einige Assassinenburgen und nach Hama. Die letzten Tage habe ich mich dann in diesem Kloster ausgeruht.
(Wenn man die Bilder anklickt, kann man sie sich in voller Groesse angucken.)
Aber viel interessanter als diese ganzen Ruinen sind die Leute die man beim Rumreisen begegnet. Da sind zum einen die sehr gastfreundlichen Syrer. Wenn ich woellte, haette ich mich taeglich auf 8 Tees (جاي) und 3 Kaffees einladen lassen koennen. Da der Tee hier aber schwarz und sehr stark ist und ausserdem noch mit Unmengen an Zucker getrunken wird, musste ich viele Einladungen ausschlagen um nicht zuckerkrank zu werden. Dann gibt es noch neugierige Kinder. Und es gibt viele davon, Syrien ist ein sehr junges Land. Einmal bin ich zum Schullschluss durch ein Dorf gelaufenen und im Nu war ich von einer Horde neugieriger Kinder umgeben. Am Anfang macht es noch Spass die vielen Fragen zu beantworten, aber nach einer halben Stunde der staendigen Begleitung, fragt man sich dann, wie man sich am besten aus dem Staub macht.
In Serjilla, eine der besser erhaltenen toten Stadte, wurde ich von Yassir, einem Franzoesichlehrer, eingeladen. Das war ein tolles Gefuehl mit dem Moped bei sommerlichen Temperaturen durch die Olivenhaine zu duesen. Ueberhaupt sind die Leute hier sehr gastfreundlich, ich glaube ich wiederhole mich, und trampen geht sehr gut. Meisstens braucht man nicht mal mehr den Daumen rauszuhalten. Es ist eher so, dass man nicht mal in Ruhe eine Strasse langlaufen kann, da staendig Leute anhalten, die einen mitnehmen wollen. Wenn’s denn sein muss.
Mir wurde erzaehlt, im Iran sind die Leute noch gastreundlicher – kaum zu glauben. Ueberhaupt ist es sehr erfrischend sich immer mal mit anderen Rucksacktouristen auszutauschen. Teilweise trifft man dieselben Leute dann an verschieden Orten wieder. Syrien scheint in dieser Hinsicht nicht allzu gross zu sein. Und bei all den Geschichten bekommt man Lust, viel mehr durch die Weltgeschichte zu reisen!
Gestern bin ich wieder in Damaskus gelandet und sehe hier die ganzen Mitbewohner aus meinem Haus wieder. Jetzt geh ich eine Runde Backgammon zocken und morgen geht’s dann auf nach Jordanien!







7. April 2010 um 7:29 PM |
da schaut man mal ne Woche nicht auf deinen Blog und schwups hat er sich prall gefüllt